Das System › Teil VI · Das Ganze als System
Wo sie unter den rivalisierenden Ordnungen steht
Die Axiakratie bezieht eine bestimmte Position. Gegen den Kapitalismus bepreist sie die externen Effekte und schöpft die Konzentration ab, die der Markt unbepreist lässt, während sie den Markt für das behält, was er gut kann. Gegen den Sozialismus vergemeinschaftet sie allein das Unverdiente und verweigert die zentrale Lenkung der Wirtschaft. Gegen die Technokratie bestreitet sie, dass irgendjemand das Gute berechnen könne, und gibt die Gewichte an eine Abstimmung zurück.
Gegen den politischen Realismus übernimmt sie die Methode der wirksamen Wahrheit, den Entwurf danach, wie Menschen tatsächlich handeln, doch verankert sie das Sollen als unantastbare Charta: wirksame Wahrheit im Mechanismus, deontologisch an der Grenze. Und von der Tugendtradition übernimmt sie das Substrat von Vertrauen und Sinn, während sie den Weisen und die Metaphysik ablehnt. Sie ist eine dritte Position, die ein Kapitalist nicht sozialistisch, ein Sozialist nicht kapitalistisch und ein Verfassungsrechtler nicht gesetzlos nennen könnte. Das vollständige Verzeichnis, Denker für Denker, findet sich unter Herkunft & Kritik.
Was das bedeutet
Die Axiakratie bezieht gegenüber jedem Rivalen eine bestimmte Position, keine Verwischung zwischen ihnen. Gegen den Kapitalismus: Sie bepreist die Externalitäten und vereinnahmt die Konzentration, die der Markt unberührt lässt, und behält den Markt zugleich bei. Gegen den Sozialismus: Sie kollektiviert nur das Unverdiente und weigert sich, die Mittel zu besitzen oder zu lenken. Gegen die Technokratie: Sie bestreitet, dass irgendjemand das Gute berechnen kann, und übergibt die Gewichte einer Abstimmung. Gegen den politischen Realismus: Sie übernimmt die Methode der wirksamen Wahrheit, entwirf für die Menschen, wie sie sind, fixiert aber das Sollen als unverletzliche Charta (wirksame Wahrheit im Mechanismus, deontologisch an der Grenze). Und aus der Tugendtradition: Sie nimmt das Substrat von Vertrauen und Sinn, lehnt jedoch den Weisen und die Metaphysik ab. Das Ergebnis ist eine dritte Position, die ein Kapitalist nicht sozialistisch, ein Sozialist nicht kapitalistisch und ein Verfassungsrechtler nicht gesetzlos nennen könnte.
Warum die Axiakratie es braucht
Eine Doktrin, die nicht sagen will, wogegen sie steht, ist entweder leer oder verbirgt sich, und ein Staatsoberhaupt muss sie genau verorten. Dieser § besteht, um die Position klar auszusprechen, damit die Axiakratie als eigenständige Ordnung mit klaren Kanten lesbar ist und nicht als Brei aus Anleihen oder als Neuetikettierung von etwas Bekanntem.
Im Vergleich zu anderen Ansätzen
Dies ist das gesamte Register Ahnenreihe & Kritik im Kleinen, das Denker-für-Denker-Verzeichnis dessen, was übernommen, angepasst und verworfen wurde. Sie trennt sich vom „dritten Weg" bzw. der gemischten Wirtschaft, die den Unterschied auf der alten Achse teilt; die Axiakratie zeichnet die Achse selbst neu (verdient/unverdient, korrigieren/lenken), statt einen Mittelpunkt zu wählen. Und sie lehnt die Annahme vom „Ende der Geschichte" ab, dass der liberale Kapitalismus der Endpunkt sei. Das vollständige Verzeichnis findet sich in Ahnenreihe.